folge 53 - schleudertrauma im kino

Shownotes

第53回のテーマはクリストファー・ノーランの『オデュッセイア』!今回は「もっと短くしよう」というポリシーのもと、二人が渋谷のIMAXで観た映画を語り合います。Matthiasは前から2列目という席のせいもあって、3時間ずっと首を動かし続け、音も強烈に大きくて体力的にきつかったとのこと。一方Davisは「近年まれにみる最高の反戦映画の一つ」と大絶賛。冒頭、吟遊詩人が杖を叩きながら「a face, a fleet, a war, a man, a thought, a trick」というたった6語でオデュッセイア全体の前日譚を語るシーンに感動したそう。話はキルケーが男たちを豚に変える不気味な特殊効果(CGIではなく本物のプロステーシス!)、一番グロかったキュクロプス、英雄ではなくむしろ戦争犯罪者のようなアンチヒーローとしてのオデュッセウス、ゼウスの客人歓待の掟とそれを自ら破るトロイの木馬、そして荒廃した国を立て直すことになる若い世代テレマコスへと広がります。James Blakeが参加したというサウンドトラックの話も。ちなみに今は『ディガー』が『オデュッセイア』を押しのけて上映中とか。みなさんは私たちが挙げなかった中盤のどのシーンが一番よかったですか?ぜひコメントで教えてください!

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zum Transkript: https://drive.google.com/file/d/1ii7n4QG4XV9VZOTV7wFxFMsMgOn4JzS4/view?usp=sharing

schwere Wörter:
in medias res - 物事の核心からいきなり始めること、話の途中から
der Barde - 吟遊詩人
der Gesang - (叙事詩の)歌、章
sich übergeben - 吐く、嘔吐する
die Prothese - 補綴物、特殊メイクの作り物
durchchoreografiert - 振り付けが隅々まで決められた
der Übermut - 思い上がり、慢心
der Antiheld - アンチヒーロー、英雄らしからぬ主人公
die Doppelmoral - ダブルスタンダード、二重規範
das Gastfreundschaftsgesetz - 客人歓待の掟
der Scherbenhaufen - 瓦礫の山、めちゃくちゃになった状態
erdrückend - 圧迫感のある、重苦しい
ausgelutscht - 使い果たした、くたくたの(俗語)
das Sahnehäubchen - 仕上げの一押し、最高の締めくくり

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ɪç ʊnt ax

folge 53 - schleudertrauma im kino

[David]

Na, Matthias, wie geht es dir?

[Matthias]

Na, David, wie geht es dir?

[David]

Wo treff ich dich an?

[Matthias]

Wo treff ich dich an? [lacht]

[David]

Kuck, wir haben eigentlich, wir haben ja 'n neues-

[Matthias]

Komm, wir haben eigentlich 'n-

[David]

... 'n neues, äh, 'ne Policy innerhalb unseres Podcasts, dass wir sagen, wir starten direkt in medias res. Also direkt-

[Matthias]

Genau. Also wir wollen jetzt die Folgen deutlich kürzer gestalten, ne?

[David]

Kürzer gestalten und auch direkt zum Punkt kommen. Und, ähm-

[Matthias]

Okay.

[David]

Jetzt war genug Zeit. Ich dachte, ich muss es auch noch mal loswerden, weil ich viel zu wenig darüber gesprochen habe.

[Matthias]

Komm, worum geht's?

[David]

Um Odyssee.

[Matthias]

Odyssee.

[David]

Da passt es ja auch direkt wieder mit medias res, ne? Also der startet ja auch im Innen, also die ganze Handlung startet ja auch direkt mittendrin.

[Matthias]

Mittendrin.

[David]

[lacht] Hast 'n Papagei geschluckt heut früh oder wie?

[Matthias]

Mittendrin hab ich gesagt. Du hast gar nicht mittendrin gesagt.

[David]

So, ich-- Du hast den Film inzwischen gesehen, hab ich gehört?

[Matthias]

Ich hab ihn gesehen.

[David]

Und wie sa-

[Matthias]

Drei Stunden lang im IMAX in Shibuya im Toho Cinema Komplex. Ich saß in der zweiten Reihe von vorne links

[Matthias]

und musste meinen Hals ziemlich häufig, ziemlich recht intensiv bewegen.

[David]

Kann ich mir gut vorstellen, wenn man so weit vorne sitzt in 'nem IMAX-Kino.

[Matthias]

Und die Leinwand war natürlich ganz großartig, war ganz toll und in erster Linie groß.

[David]

Mhm.

[Matthias]

Aber ich fand, also ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste, aber ich fand's extrem unangenehm laut.

[David]

Ja, aber der-- Ja, okay.

[Matthias]

Also hätte ruhig 'n bisschen leiser sein können, aber genau. Also erst mal das Cinema Experience war erstklassig.

[David]

Mhm.

[Matthias]

Ja, zum Film. Du, äh, w-wer will anfangen? Willst du anfangen? Soll er anfangen?

[David]

Also ich wü-- Wenn ich jetzt dazu Stellung nehmen soll, dann würde ich das aus mir fließen lassen, also alles raus, was mir grad im Kopf geht und dann wär das so 'ne Art-

[Matthias]

Wie du's, wie du's möchtest, David. Ich richte mich sehr gern nach dir.

[David]

Ich werd erst mal raushauen und du wirst-

[Matthias]

Hau raus.

[David]

Okay?

[Matthias]

Ja.

[David]

Also

[David]

ich fand den Film mega gut. Also wieder 'n Meisterwerk, meiner Meinung nach. Und in den letzten Jahren oder, ja.

[Matthias]

[hustet] Tschuldigung. Nee, hatte nix damit zu tun jetzt. Ich hatte, ich hatte Hustenreiz.

[David]

Und i-ich fand halt, es ist einer der stärksten Antikriegsfilme, die ich in den letzten Jahren eben gesehen habe. Uuund der Film, wie er beginnt, ist schon genial. Also mit, ich hatte ja gesagt, Travis Scott, der dann am Anfang-

[Matthias]

Ach so, du hast gesagt Rap und ich hab die ganze Zeit drauf gewartet, dass da einer rappt, aber der macht ja nur mit dem Stock: Bum, bum.

[David]

Ja, es ist so gut, oder? A face, a fleet, a war, a man, a thought, a trick.

[Matthias]

Ich hab gar nix-- Ich hab die ganze Zeit gedacht: Wann kommt denn der Rap? Und ich dachte, das wär, wär also real Gegenwart. Und ich hab halt drauf gewartet, dass da jetzt jemand so Eminem-Style reinfleets.

[David]

Ja.

[Matthias]

Deswegen, ne? Und dann dacht ich: Ah, der meint bestimmt den Typen, der mit dem Stock da irgendwie dreimal klopft.

[David]

Ja, aber das war alles durchchoreografiert. Hast du's mitbekommen? Also jeder Stockschlag war, hatte 'ne An-

[Matthias]

Hab ich am Anfang nicht gecheckt, aber später dann hab ich's gecheckt, als der dann zum zweiten Mal auch noch mal oder zum, ich glaub, dreimal oder was war der insgesamt, hat der geklopft.

[David]

Äh, viermal, dreimal, viermal, ja. Und das-

[Matthias]

Nee, ich mein, ich mein, also der, also der tritt ja mehrmals auf in diesen drei Stunden. Und dann hab ich's, äh, gemerkt tatsächlich.

[David]

Und mit diesen sechs Wörtern erklärt er einfach mal die ganze Vorgeschichte von, von der Odyssee, ne? Also „a face“, das bezieht sich ja auf Helena, die schönste Frau, dann, also die entführt wurde, sagt man ja.

[Matthias]

Ah, hab ich gar nicht.

[David]

„A fleet“, die macht sich dann auf, um sie zu befreien, um, ne, nach Troja zu-

[Matthias]

Du hast den doch auf Deutsch gesehen, oder?

[David]

Ja, die machen das dann-- Also ich hab beides auf, äh-

[Matthias]

Hast du schon zweimal gesehen?

[David]

Ich hab ihn inzwischen auch noch mal auf Englisch gesehen, ja.

[Matthias]

Ach so, weil ich hab nur Englisch gesehen. Deswegen kann ich gar nicht-- Was sagen die dann? Eine Flotte?

[David]

Genau. Also ein Gesicht, eine Flotte, dann „a war“ ist ein Krieg. Dann kommt „a man“, ein Mann.

[Matthias]

Na ja, das-

[David]

„A thought“, ein Gedanke und dann „a trick“, eine List.

[Matthias]

Ah, eine List.

[David]

Mhm. Und das fand ich schon mal sehr cool. Also ich hab das am Anfang auch erst mal: „Hey, Gesicht, Gesicht, was soll das denn sein?“ Und das ist halt einfach wirklich mit sechs Wörtern, wenn du die Story so grob kennst, was da so passiert ist, kurz erzählt, zusammengefasst.

[Matthias]

Kannte ich ja nicht, deswegen. Also für mich war das eher nichtssagend. Ich hab mir wohl vorgestellt, dass dit mit der Flotte, da hab ich gedacht: „Okay, das geht dann zum Trojanischen Krieg“, aber mit dem Gesicht hab ich gar nix gedacht. Ein Mann hab ich mir dann schon gedacht: „Okay, dat muss wohl der Odysseus sein, der da hingeht.“ Ja, ah, ja, hab ich einfach so, äh, hab ich auch so interpretiert, aber, äh, also, pf, äh, ja, u..., ist sicherlich auch 'ne gute Idee gewesen, aber ist jetzt nicht so, dass ich gedacht hab: „Boah, ich greif mir ins Haar.“

[David]

Ja. Ja, aber ich find, da steckt halt so viel drin.

[Matthias]

Ja, aber war schon sehr stimmungsvoll und fing halt-- War 'n richtig schöner Einstieg. Also war, war, also schön. Also, ga..., äh, fand ich sehr, sehr passend, auch wenn ich, ja, war, äh, zumal ich ja schon wusste, da ich's gelesen hab, weitestgehend. Also jetzt hab ich's ganz gelesen, aber da ich schon fast alles gelesen hatte, wusst ich ja, dass der Typ jetzt wahrscheinlich die Leute, also die Freier, im Hause des Odysseus unterhält damit oder, oder zumindest, dass er da, äh, die Erzählung einleitet da an, vor Ort, ne?

[David]

Ja.

[Matthias]

Deswegen, da-das fand ich, also da hab ich dann doch gecheckt, was es damit auf sich hat, aber jetzt von den einzelnen Worten eher nicht so.

[David]

Ja, ich fand halt, das, so viel Detail steckt da halt drin, ne? Und,

[David]

ja. Also ich werd jetzt, bevor ich kurz die Szenen nenne, die mich am meisten beeindruckt haben – da kannst du ja auch immer dann noch mal kurz sagen, was dich vielleicht beeindruckt hat –, sagen, dass-- Wir ham ja schon mal darüber gesprochen, dass das ja Baden früher diese Gesänge vorgetragen hat. Also da war dann irgendwie-

[Matthias]

Ah, Barden, ne? Ich hab jetzt vom Baden gedacht.

[David]

Nee, nich Baden.

[Matthias]

Also, also der, der Barde.

[David]

Genau. Ba-Baden, weißt du, wie man spricht?

[Matthias]

Ich sag ja auch Bade, aber, äh, wenn man's Wort nich kennt, dann is halt schwierig. Deswegen, ich hab's jetz auch nich-

[David]

Die, wenn du alle 24 Gesänge, ne, die du ja auch gelesen hast, vorsingen würdest, würd es irgendwie mehrere 20, also irgendwie 20 Stunden, oder es würde auf jeden Fall super lang dauern. Deswegen ham die ja-

[Matthias]

Länger als drei auf jeden Fall.

[David]

... ham die immer gesagt: „Ey, sing mir mal diesen Song grad.“ Also natürlich nich Song, ne, aber sing mir mal jetz das vor, oder sp..., ne? Also da gab es dann das mit dem Zyklop. „Mach, sing mir mal das jetz grade.“ Und dann wurde das gesungen, dieser eine Gesang, der dann-

[Matthias]

Da gab's ja sicherlich auch, also beliebtere Gesänge. Also waren ja bestimmt, also manche waren ja vielleicht auch einfach langweilig. Also jetz am Ende, wenn die da einfach mal nur mit den Schweinen hinten beisammensitzen, is halt jetz nich so cool, wie wenn da der Zyklop kommt und dann irgendwie sechs Leute frisst oder, oder weiß ich nich.

[David]

Und dementsprechend hat jetz eben auch Christopher Nolan da seine Best-of-Gesänge rausgegriffen und hat halt seine, seine Version der Odyssee da gesungen, würd ich mal sagen. Und da könnte man jetz aber auch unendlich viele andere Odyssee-Varianten noch draus machen, wie man das halt grade richtig, ne? Und der hat halt so irgendwie so 'ne neue Version draus gemacht, was ich ganz toll fand. Und da hat mich besonders tatsächlich bedrückt, die Szene mit Kirke oder Circe wird sie auch genannt, als sie die Männer da ... Und ich, wir dürfen das jetz alles spoilern. Es is genug Zeit vergangen, ne? Also wir sprechen jetz einfach frei raus. Als sie die Männer da in die Schweine verwandelt und dann auch wieder zurück und wie sie die da umgeformt hat. Oh, das war-

[Matthias]

Super ekelhaft, wie die dem so in den Hals greift von oben durch den Schlund. Da hab ich gedacht, ich ... Also ich weiß, also wir waren zu zweit im Kino und ich wusste, dass mein Freund, der mit mir im Kino da war, der musste da fast kotzen.

[David]

Ja, wirklich?

[Matthias]

Entschuldigung, kotzen is kein schönes deutsches Wort, aber ja, sich übergeben. Also es war, äh, er fand es sehr unangenehm, ja.

[David]

Und ich fand das auch halt extrem bedrückend, ne? Und die, die ham, glaub ich, auch so Technik genutzt, wo das dann aussah, als würde das Essen in die reingesogen, aber das is, war, glaub ich, rückwärts abgespielt. Ich hab keine Ahnung, wie die Technik genau war. Dann ham die auch so ganz spezielle Prothesen verwendet. Also ganz toll. Es war nichts mit, äh, CGI. Heißt das so? Ja, Computer. Also nichts Computeranimiertes, sondern alles mit echter Filmtechnik. Also, ne, ähm, haptisch alles.

[Matthias]

Ja, super unangenehm, super eklig auf jeden Fall.

[David]

Und ich fand auch, was sie dann am Ende gesagt hat-

[Matthias]

Aber gut, gut.

[David]

Ge-geht wieder zurück in eure Maske, setzt eure Maske wieder auf, als sie diese Männer in-

[Matthias]

Zurückverwandeln, ne?

[David]

Mhm. Also auch-

[Matthias]

Dann bin ich, äh, dann ... Ach so.

[David]

Extrem viel. Also da kann man ja ganz viel wieder reininterpretieren. Ja, ja, sag mal.

[Matthias]

Ich fand, wenn ich jetz mir 'ne, wenn ich mir wat aussuchen müsste, ich fand det mit dem Zyklopen am geilsten.

[David]

Mhm. Ja.

[Matthias]

Weil der sah richtig widerlich aus.

[David]

Der sah wirklich ganz anders aus, ne? Ja.

[Matthias]

Hab mich tatsächlich auch am meisten darauf gefreut. Und als es vorbei war, war, war mir der Film so'n bisschen, äh, jetzt nich egal, aber ich wusste halt, okay, das Beste haste gesehen.

[David]

Mhm.

[Matthias]

Und, äh, ich muss gestehen, an, dadurch, dass ich das so peu à peu gele..., also Stück für Stück gelesen hab, zum Beispiel, wo die da auf die Insel kommen, wo diese riesigen silbernen Ritter da, da is ja erst diese, dieser Rotzlöffel, der schreit einmal ganz laut und dann kommen dann da die Mama und Papas an in der, äh, Rüstung und schlagen halt alles zu Brei. Und da konnt ich mich halt überhaupt nich dran erinnern. Wusst ich überhaupt nich, wat is dat denn? Is det 'ne Erfindung jetz von ihm oder is det wirklich da drin? Aber dann hab ich noch mal ge..., also es war ja offensichtlich alles for real, aber daran konnt ich mich nich, nich mehr erinnern. Und ja, ich fand es, ich fand es so'n bisschen, wie soll man sagen, im Film dann, okay, hier jetz wieder, dann wieder rauf aufs Schiff, dann wieder hier wieder, dann wieder rauf aufs Schiff, dann wieder hier wieder, dann wieder rauf aufs Schiff und dann Schiff kaputt, Leute tot, dann alleine jetz wieder rauf aufs Schiff. Und es is halt irgendwie so,

[Matthias]

ja, und dann über drei Stunden. Ich fand's, ich, ich fand's körperlich, vielleicht auch wegen des Sitzplatzes, ich fand's halt einfach anstrengend.

[Matthias]

Ich fand's halt 'n bisschen anstrengend und ich fand, der Film is auch kein Film, der auf so kurzfristige Überraschungseffekte setzt.

[David]

Mhm.

[Matthias]

Äh, also es gibt halt irgendwie keine Überraschungen in dem Film. Deshalb fand ich, hab ich mich auch niemals irgendwie,

[Matthias]

äh, also, äh,

[Matthias]

na, wie soll man, ich weiß gar nich, ne? Dat klingt so negativ. Es is nich positiv gemeint, aber auch nich negativ. Also der Film kommt halt aus, ohne Höhen und Tiefen großartig, äh, zu produzieren. Also der Film is, find ich, die ganze Zeit gleichermaßen auf einer, auf einem Spannungsniveau, das halt beibehalten wird von Anfang bis Ende. Und

[Matthias]

vielleicht, als die Sirenen da gesungen haben, da war's noch mal vielleicht 'n bisschen intensiv. Als der Zyklop aufgetreten is, war noch mal 'n bisschen intensiv. Aber sonst fand ich det so'n bisschen ... Also ich hätte mir mehr,

[Matthias]

mehr gewünscht, mehr, mehr gewünscht. Is irgendwie schwierig zu sagen. Einfach mehr.

[David]

Mhm. Ja.

[Matthias]

Mehr Momente, wo ich sag: „Oh, dat war jetz 'ne krasse Szene.“ Also klar, die Action war die ganze Zeit hervorragend, aber so dieser düstere Fairness, der über allem lag, der, und der sicherlich richtig gut da zur Handlung gepasst hat, also auch zu dem Dongdong, wenn man sich das da wieder dran erinnert hat. Is ja 'ne düstere Geschichte. Is ja richtig düster, düsterer geht's ja kaum.

[David]

Ja.

[Matthias]

Äh, und dann in dem trojanischen Pferd und dann wieder, wieder die Musik is auch so unangenehm die ganze Zeit und dann machten die die Tür auf und dann werden die da alle abgeschlachtet wie, wie Tiere. Und so wie du grade sagtest, als Antikriegsfilm. Also das fand ich alles, äh, dieses Unangenehme

[Matthias]

war mir vielleicht 'n bisschen zu a-a-anspruchsvoll, is das falsche Wort, aber 'n bisschen zu viel abverlangt, find ich, für, für mich als Zuschauer. So, also ich, ich, also ich bin ja nich, vielleicht nich der Durchschnittszuschauer, aber 'n bisschen leichter wär's für mich-- ... äh, genüsslicher gewesen. Also nich ganz so schwer-

[David]

Ja.

[Matthias]

... unbedingt.

[David]

Ja, ich hab den Film halt erl... Also, der hat mich irgendwie halt in, wieder mal-- Das hat ja auch ganz viel miteinander zu tun, wenn man Sachen kon..., äh, sieht, Bü-Bü-Bücher liest oder was auch immer, was man in seinem Leben so erlebt, hat mich halt in dieser,

[David]

in dem Moment einfach voll abgeholt, ne. Also, und was-- Ich fand die, äh, Zyklopen-Szene übrigens auch sehr, also, der, das auch, wie die wieder gedreht wurde, war halt genial.

[Matthias]

Wie die Haut auch aussah von denen.

[David]

Ja, gen..., also, wäh, abgefahren. Und ich hab halt am Ende nich verstanden, als sie dann endlich raus waren, warum – und ich mach das, das macht er ja auch in der Odyssee.

[Matthias]

Ah, ja, ja, ja, ja.

[David]

Warum schießt der den noch mal an mit 'nem Pfeil und Bogen? Warum macht er das? Das hab ich nich verstanden.

[Matthias]

Aus Übermut, äh, steht in der, in der Szene, ne. Also, er will zeigen, wie, wie überlegen er is und will ihm dann noch mal eins reinwürgen-

[David]

Ja, und da hat-

[Matthias]

... sozusagen. Und da, das heißt, aus dem Übermut oder aus dem menschlichen Übermut sozusagen resultiert dann das Unglück dann, ne.

[David]

Genau. Also, ne, da is ja 'n Sohn von Poseidon.

[Matthias]

Ach, du hast gar nich ernsthaft gefragt. Ah, ich dachte, du, ich dachte, du wolltest jetzt wirklich 'ne Erklärung von mir.

[David]

Ja, ja, klar. Deswegen fand ich's-- Danke, dass du das mir gesagt hast, weil ich hab, also, ich hab, ich hab mir das irgendwie so schon so in dieser ähnlich, so ähnlich gedacht, ne. Deswegen, also, gut, dass du's mir noch mal bestätigt, dass das halt dieser Übermut is und-

[Matthias]

Ja, war zu-- Hätte er mal gelassen.

[David]

Ja, und er fragt ihn ja auch, der eine, ne, sein, sein zweiter Mann, sein zweiter Sch-

[Matthias]

Ah ja, warum haste jetzt, ne?

[David]

Mhm. Warum hast du das gemacht? Und er, äh, konnt es in dem Moment auch nich wirklich beantworten. Und ja, er is halt auch gar kein Held, ne. Also, ich glaub, im Epos selbst wird es sehr, äh, wird er, also, sein Triumph mit dem tr-trojanischen Pferd, mit der List, wird das alles sehr glorifiziert, alles sehr hervorgehoben, wie toll das is, seine Heldentat. Aber im Film hab ich das halt überhaupt gar nich so wahrgenommen, sondern für mich war er 'n absoluter, also, Antiheld, ne, so'n Kri-Kriegsverbrecher, könnte man halt fast sagen.

[Matthias]

Mhm.

[David]

Und der dann halt mit den Konsequenzen, die er mit dieser List, mit, ne, dieser, so is er ja auch immer, spielt auch diese, die, die, das Gesetz Go..., Zeus, Zeus-Gesetz oder-

[Matthias]

Dieses Gast-Gastfreundschaftsgesetz war's, ne?

[David]

Genau, ne. Dass man immer jemanden so behandelt, wie man selbst behandelt werden wollte beziehungsweise daran denken sollte, dass jeder Gast auch 'n Gott sein könnte und den entsprechend behandelt. Und er aber in dem – und das is so, so Doppelmoral –, wo er eben genau in Troja mit dieser List, mit dem trojanischen Pferd, das missbraucht und in, ne, durch diese, diesen-

[Matthias]

Ah.

[David]

... dann da rein kommt in die Stadt, indem er halt da diesen, dieses Gesetz selbst missbraucht. Als Opfergabe wird das ja denen dargeboten, ne, den Trojanern, und die, äh, dann zu den gleichen Göttern beten und so weiter. Also, das fand ich auch, könnte man jetzt auch noch mal was, hat, spielt da Gesetze beziehungsweise Religion da vielleicht auch 'ne Rolle.

[David]

Ja, wie halt die List zu der Last letztendlich wird, die ihn da trägt oder bis zum dann weitere zehn Jahre.

[Matthias]

Aber is ja dann auch konsequent, ne, am Ende. Also, er kommt nach Hause, haut alles kurz und klein-

[David]

Ja.

[Matthias]

... und muss dann aber abhauen, weil er wieder das Gesetz-

[David]

Und das, ja. Und das is auch wieder, das zeigt wieder, dass er eigentlich eben nich der Held is, sondern ich glaub, im Buch, also, im Epos, is er dann weiterhin König von Ithaka. Und aber-

[Matthias]

Ähm,

[Matthias]

äh,

[Matthias]

äh.

[David]

Auf jeden Fall, Telemachos wird dann nich plötzlich König und er geht nicht ins Exil, soweit ich wei..., dachte, äh, zu wissen.

[Matthias]

Oh, ich hab das tatsächlich erst letzte Woche zu Ende gelesen und ich erinner mich jetzt schon nich mehr so viel.

[David]

Man hat das Eindruck, könnte man-

[Matthias]

Ja, weil der Schluss is so ganz anders als im Film. Also, am Ende gibt's halt noch mal, so wie am Anfang halt, ne. Es gibt halt noch mal so'n Treffen der Götter und die sprechen dann halt darüber, wie jetzt verfahren werden soll.

[David]

Okay.

[Matthias]

Uuund

[Matthias]

ich weiß gar nich, ob das nich am-- Also, es wird, er wird schon, glaub ich, gesagt, dass er dat nich hätte machen dürfen.

[David]

Ja.

[Matthias]

Aber ich glaub, dann is auch einfach Ende.

[David]

Mhm.

[Matthias]

Genau, die sprechen nämlich noch und die fassen am Ende noch mal so die ganze Geschichte zusammen-

[David]

Mhm.

[Matthias]

... äh, nämlich. Also, jeder, die, jede Verstorbenen, also, die sind wieder im, im Hades und jede verstorbene Seele, die halt von, da-dadurch umgekommen is oder von ihm zu Tode gebracht wurde, sagt er noch mal: „Ja, und dann hat er das gemacht und hat er das gemacht und hat er das gemacht und hat er das gemacht.“ Dann is die Geschichte halt irgendwie fertig und dann sagt irgendwie, glaub ich, Zeus am Ende: „Ja, nee, okay, dann, dann is jetzt Ende irgendwie.“ Aber, äh, aber vielleicht erinner ich mich da falsch. Das kann sein, dass ich mich da falsch erinnere.

[David]

Mhm. Was ich noch ganz, also, ich-

[Matthias]

Aber für den Film war's ja stimmig am Ende dann, also, in dem, in dem Film.

[David]

Ja, ja, genau. Ich fand das auch-

[Matthias]

Dass es halt genauso endet, dass er dann sagt: „Nee, weißte wat? So wie wir am Anfang gesagt haben, du willst einfach mal mit mir in den Horizont fahren, können wir jetzt machen.“ Und hier der Telemacho,

[Matthias]

der Telemachos, der is jetzt hier König.

[David]

Ja. Und, äh, genau, weil du grade bei Telemachos bist, der is nämlich auch ganz anders als in der Geschichte, is der dann bei diesem Gemetzel am Ende gegenüber, also, du, als sie die Freier eben ermorden, kann man jetzt so sagen, ne, beseitigen, is der mit dabei. Und im Film is es eben nich Telemachos. Also, Odysseus is immer ganz drauf erpicht, dass er das eben nicht macht, dass er keine Waffe erhebt, keinen Menschen tötet. Und ich dachte auch wieder, das is so'n, so 'ne starke Message, äh, also, so'n Generationsding, ne. Also, dass die Jungen-- Also, am Ende hinterlässt ja Odysseus denen 'n Scherbenhaufen, also, 'n Reich komplett nur mit Trümmern. Und, und Telemachos is dann der neue König und muss das alles wieder neu aufbauen. Und, und Odysseus macht dann 'n Abflieger, Tschüssikowski. Und ich dachte auch, irgendwie kann man das in die heutige Zeit wieder transferieren in ganz vielen. Also, ob das jetzt die Klimakatastrophe is oder ob das jetzt in Bezug auf Krieg, ne, dass eben die jungen Leute immer diejenigen-- Also, es wird jetzt auch sehr ernst. Wir wollen ja gar nich so ernst ausweichen. Abschließend, ganz kurz noch: Soundtrack genial. Ich hör den die ganze Zeit. Ich hab jetzt 'n bisschen mich auch schon überhört. Ich fand das-- Bo..., also krass.

[Matthias]

Satt gehört hast du dich?

[David]

Ja, ja. Ich fand den Sound halt erdrückend und das ist nun mal Krieg.

[Matthias]

Ja, war unangenehm. Ich fand es unangenehm die ganze Zeit.

[David]

Aber das ist halt auch das-

[Matthias]

So wie bei Evangelis 1492, äh, früher. Weiß nicht, ob du den Film mal gesehen hast, also den Kolumbus-Film.

[David]

Nee, nee.

[Matthias]

Ach so. Ey, schade. Muss ich dir mal geben. Findst du bestimmt super.

[David]

Ja, also, okay, diesen Titel, der sagt mir halt gar nichts. Deswegen immer her damit. Und dann, es ist halt erdrückend und Krieg ist nun mal, also besonders diese Szenen in Troja waren ja so stark, ne, äh, und so laut und du hast Schreie von Kindern und Frauen und, also ganz schlimm. Uuund das ist das eine, also dieses Erdrückende, aber gleichzeitig diese schönen Klänge dann zwischendurch mit den Replika von den Instrumenten, die früher zu der Zeit, ich weiß leider grade nicht, wie die heißen, aber es gab so'n Blasinstrument und so 'ne Z-Z-Zir..., wie heißt das? Dieses Zupfinstrumente.

[Matthias]

Zither.

[David]

Zither, also zitherähnliches. Ganz toll klang das. Und dann hab ich erfahren, wer hat daran mitgewirkt. Also die ganzen orchestralen Gesänge hat James Blake halt mit eingesungen. Dachte: „Whaaat?“ Also wenn du 'n Meisterwerk, jetzt was den Soundtrack noch betrifft, ne, das war für mich dann das Sahnehäubchen auf dem i-Tüpfelchen, um mal hier mit so'n paar Superlativen, Doppelsuperlative zu setzen.

[Matthias]

Krass, ey, noch mit Sahne und noch mit, noch mit so 'ner kleinen Zuckerfigur obendrauf.

[David]

Ja, also ich fand das ganz, ganz, ja, hat mich-- Ich freu mich einfach drauf, den noch mal 'n drittes Mal zu gucken.

[Matthias]

Also ich, da, das ist doch 'n gutes, das ist doch 'n gutes Fazit. Ich bin da so'n bisschen moderater. Ich würd sagen, ich bin froh, dass ich den gesehen hab, auch full spec in dem besten Kino mit dem besten Sound.

[David]

Ja.

[Matthias]

Ich würd nicht noch mal ins Kino gehen, aber ich könnte mir vorstellen, dass ich mir den Film in zehn Jahren noch mal gemütlich zu Hause angucke, beispielsweise.

[David]

Ja, das klingt doch gut.

[Matthias]

Einfach um, um da noch mal zu gucken, was hab ich 'n damals verpasst oder so. Äh, aber in Ruhe und vielleicht nicht drei Stunden am Stück. Also ich war einfach angestrengt.

[David]

Mit, so auf zwei Tage verteilt oder so, ne?

[Matthias]

Gen..., lass mal drei Tage. Also jeden Tag 'ne Stunde ist für mich gut.

[David]

Ja, find ich gut. Äh, ich hab, und damit sollten wir einfach jetzt auch unsere kurze [lacht] Folge schließen.

[Matthias]

Nach 20 Minuten.

[David]

Wieder Freude gehabt mit dir.

[Matthias]

David.

[David]

Jetzt uns, ich hab mich echt auch gefreut hier, den Austausch. Ja, und wir sind beide auch ausgelutscht.

[Matthias]

Nee.

[David]

Wir gehen jetzt mal hier in Feierabend.

[Matthias]

Geh mal in Feierabend. Also ich geh nicht in F..., du gehst doch auch nicht in Feierabend.

[David]

Ja, weiß doch niemand.

[Matthias]

Okay, also wir, wir machen, wir machen einfach unsere Arbeit weiter. Viele Grüße an euch alle da draußen. Ich hoffe oder wir hoffen, ihr habt unsere, unsere Meinung, unsere Eindrücke von der Odyssee. Läuft jetzt sicherlich noch im Kino.

[David]

Ja.

[Matthias]

Allerdings ist, glaub ich, jetzt der Digger-

[David]

Ah.

[Matthias]

... scheint grade die Odyssee verdrängt zu haben.

[David]

Ach so.

[Matthias]

Meinetwegen schaut auch den Digger. Da hab ich auch persönlich wieder so gar keine Lust dazu. Aber wenn ihr noch Zeit habt, schaut euch doch schnell die Odyssee noch an, solange sie noch läuft.

[David]

Ja.

[Matthias]

Und sch..., kommentiert gerne, wenn ihr andere Episoden supergeil fandet in dem Film als wir, die wir nicht genannt haben. Wir sind ja jetzt, wir haben 'n bisschen am Anfang, bisschen am Ende gekratzt. Die Mitte ist ja weitestgehend unbehandelt geblieben.

[David]

Ja.

[Matthias]

David, ich schick dir 1.000 Küsse,

[Matthias]

äh, nach nebenan.

[David]

Auf beide Augen.

[Matthias]

Ne!

[David]

Ciaoii.

[Matthias]

In diesem Sinne, gute Nacht. Ciao, ciao.

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